10.11.2021
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Warum sich ein Umzug in die Cloud lohnt

Seit geraumer Zeit gibt es den Trend, die eigene IT in die Cloud zu transferieren. Viele Unternehmen sind bereits auf dem Weg dorthin und transferieren ihre Anwendungen und Services in die Cloud. Ein nicht unerheblicher Teil der Unternehmen tut dies allerdings (noch) nicht. In vielen Gesprächen stelle ich fest, dass das "Warum" nicht immer klar ist. Daher möchte ich im folgenden die wichtigsten Gründe für eine Cloud Migration erklären und danach, welche organisatorischen Änderungen dafür erforderlich sind.

Warum also in die Cloud

  • Flexibilität Server anlegen und wieder löschen, Bandbreiten flexibel einstellen, Storage im laufenden Betrieb vergrößern, Netzwerke flexibel einrichten: Egal welche neuen Anforderungen auf die Infrastruktur zukommen, sie kann sehr schnell angepasst werden.
  • Skalierbarkeit Mit der Flexibilität der Infrastruktur kommt einer der wichtigsten Aspekte - die nahezu grenzenlose Skalierbarkeit. Es gibt wenig Schlimmeres, als ein erfolgreiches Produkt, das aufgrund des Erfolges an Performance Grenzen stößt und damit Kunden verärgert.
  • Sicherheit Die großen Cloud Provider bieten Sicherheitslevel an, die im eigenen Rechenzentrum kaum erreicht werden können. Räumliche Zutrittskontrollen, unterschiedliche Geolocation Zonen, ein (sehr großes) Team an Sicherheitsexperten und Bandbreitenmanagement, mit dem auch DDoS-Angriffe umgeleitet werden können und 7x24x365 Überwachung sind Dienstleistungen, die wohl die meisten eigenen Rechenzentren nicht in vollem Umfang bieten.
  • Mobilität Durch die Auslagerung in die Cloud ist man als Unternehmen örtlich flexibler. Das mag für größere Unternehmen weniger relevant sind, aber gerade für junge Unternehmen und Start-Ups ist dieser Punkt sehr relevant, denn Umzüge von einem Büro in das nächste stehen in dieser Phase auf der Tagesordnung.

Durch die aktuelle Covid-19 Situation gibt es allerdings noch einen weiteren sehr wichtigen Gesichtspunkt. Gerade im Bereich der Wissensverarbeitung arbeiten mehr und mehr Menschen im Home Office. Dabei erweisen sich oft die Zugänge über VPN's auf interne Daten auf eigene (nicht in der Cloud liegenden) Server als die Bottlenecks. Kleiner Tipp: In unserem Blog geben wir Tipps für agiles Arbeiten im Home Office.

  • Wettbewerbsfähigkeit Die höhere Geschwindigkeit und die Flexibilität bringen vor allem eines - einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die diese Geschwindigkeit nicht aufweisen.

Cloud Operations

Um auch kommerziell die erhöhte Flexibilität optimal ausnutzen zu können, müssen einige Vorkehrungen beim Betrieb durchgeführt und einige Punkte im Operations Bereich berücksichtigt werden. Cloud Operations Prinzipien und Methoden gehören eingeführt.

  • Infrastructure as Code Klassische Operations Methoden drehten sich um das Aufsetzen und der Pflege von Serversystemen und Anwendungen. Vom Setup eines Rechners bis zur Installation einer Anwendung wurden alle Tätigkeiten manuell ausgeführt und (hoffentlich) dokumentiert. Manuelle Tätigkeiten würden aber der Flexibilität und der Skalierbarkeit widersprechen. Tools wie Terraform, Ansible und Plattformen wie Kubernetes bieten die Möglichkeit genau diese Tätigkeiten vollständig zu automatisieren - in Form von Konfigurationen in lesbaren Dokumenten - die gesamte Infrastruktur kann also wie die Software auch in Quellcodes & Konfigurationsdaten erfasst werden!
  • Monitoring and Tracing Server und Anwendungen in der Cloud müssen überwacht werden. Performance-Engstellen müssen erkannt werden können und die Entwickler brauchen die Möglichkeit die Zusammenhänge bei Fehlern zu identifizieren. Gerade in diesem Bereich müssen die Operations Prozesse angepasst werden. Entwicklerteams brauchen Zugriff auf Logdaten und Auditinformationen in Echtzeit und einheitlich über alle Systeme hinweg.
  • Bereit sein für "multi cloud" Auch wenn man sich einen Cloud Betreiber ausgewählt hat, so sollte man dennoch darauf achten, dass man sich nicht komplett abhängig von einem Anbieter macht. Infrastructure as Code hilft dabei sehr, die notwendige Infrastruktur schnell von einem Anbieter zum anderen zu verschieben.
  • 7x24x365 Anders als in internen Betriebsorganisationen wird von Cloud Diensten erwartet, dass diese jederzeit und unterbrechungsfrei zur Verfügung stehen. Auch durch das neue Arbeiten im Home Office und der damit flexibleren Arbeitszeit ändern sich die Anforderungen an die Verfügbarkeit von IT-Systemen erheblich.
  • Den Kunden im Kopf Das Wichtigste zum Schluss - unsere Kunden! Letztlich geht es um die Zufriedenheit unserer Kunden und die haben - aus rein operativer Sicht - recht einfache Anforderungen. Die Anwendung muss immer verfügbar sein, wenn sie sie gerade nutzen möchten und sie muss schnell sein. Und doch sind es gerade die beiden Punkte, die so einfach klingen und doch so schwierig zu erreichen sind.

Fazit

In der Cloud Operation geht es also am Ende des Tages immer darum, Kunden und Anwendern alle benötigten Dienste zuverlässig zur Verfügung zu stellen. Viele klassische Prozesse in der IT-Betriebsführung müssen überdacht werden und an die Anforderungen des Cloud Prozesses angepasst werden. Dafür braucht es Know How und andere Werkzeuge. Die gute Nachricht ist, dass es für die meisten Anforderungen bereits Tools vorhanden sind und Best Practices bestehen. Und natürlich helfen auch wir gerne weiter :).

Gerhard Hipfinger
Gründer und Geschäftsführer

Gerhard ist Softwarearchitekt mit einem starken Infrastruktur Background und Unternehmer. Im Jahr 2002 gründete er gemeinsam mit Otto Meinhart die openFORCE Information Technology um Software Teams und Kunden mit der richtigen Softwarearchitektur und einem ausgeklügelten Entwicklungsprozess zu unterstützen. Gemeinsam mit Otto treibt er strategische Themen, um die openFORCE auf die zukünftigen Herausforderungen der Märkte vorzubereiten und die Rahmenbedingungen für eine selbstorganisierte und transparente Organisation zu schaffen.

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